Samstag der 04. September 2010    23:47 Uhr
O-Ton-Special: Aktionstag der Solarindustrie

Mit einem großen bundesweiten Aktionstag protestiert die Solarindustrie heute gegen Subventionskürzungen. Von Kahlschlag ist die Rede, da die Branche mittlerweile 60.000 Arbeitsplätze in Deutschland geschaffen hat. Umweltminister Norbert Röttgen (CDU) möchte die Subventionen für die Solarindustrie kürzen. Unter anderem soll die Vergütung für die Einspeisung von Solarstrom ins öffentliche Netz um 15 Prozent gesenkt werden.

Carsten Körnig, Geschäftsführer des Bundesverbandes Solarwirtschaft, warnt nachdrücklich vor den geplanten Kürzungen.

O-Ton: Von einer derartigen Kürzung profitieren bestenfalls ein paar chinesische Anbieter, die momentan aufgrund unlauteren Wettbewerbs, den wir vermuten, und aufgrund von Wechselkursvorteilen, etwas günstiger anbieten können am Markt. Was wir doch aber wollen, ist Solarenergie Made in Germany. Das ist ein Riesenwachstumsmarkt, wo wir bestens aufgestellt sind. Und jetzt auf den letzten Metern zur Wettbewerbsfähigkeit den Anschluss zu verlieren, das wäre geradezu töricht. Und deswegen appellieren wir an die Bundeskanzlerin, hier nachzubessern. - Länge 34 sec.  

Sonst wäre es ein weiteres Mal, dass Spitzentechnologie wie bei der Unterhaltungselektronik oder der Halbleiterindustrie, hier zwar erforscht wurde, das Geld aber verdienen andere.

O-Ton-Paket: Renate Künast

Beim Aktionstag der Berliner Solarfirma Inventux in der Wolfener Straße in Berlin-Marzahn war auch Grünen-Fraktionschefin Renate Künast dabei. O-Ton-Paket zum Download (siehe unten)

Newstake2: Aktionstag der Solarindustrie

Mit einem großen bundesweiten Aktionstag protestiert die Solarindustrie heute gegen Subventionskürzungen. Von Kahlschlag ist die Rede, da die Branche mittlerweile 60.000 Arbeitsplätze in Deutschland geschaffen hat. Umweltminister Norbert Röttgen (CDU) möchte die Subventionen für die Solarindustrie kürzen. Unter anderem soll die Vergütung für die Einspeisung von Solarstrom ins öffentliche Netz um 15 Prozent gesenkt werden.  Carsten Körnig, Geschäftsführer des Bundesverbandes Solarwirtschaft, warnt nachdrücklich vor den geplanten Kürzungen.

O-Ton: 70 Prozent unserer Mitgliedsunternehmen fühlen sich existenziell bedroht von dieser Ministervorlage. D.h. hier muss dringend nachgebessert werden. Wir haben gesagt als Branchenverband: Ja, wir können die Förderung schneller absenken als bisher im Gesetz fixiert, aber eben nicht in diesem Ausmaß wie es jetzt in diesem Gesetzesvorschlag vorgesehen ist. - Länge 22 sec.

Sonst wäre es ein weiteres Mal, dass Spitzentechnologie wie bei der Unterhaltungselektronik oder der Halbleiterindustrie, hier zwar erforscht wurde, das Geld aber verdienen andere.

Interview Klaus Hofmann / Schott Jena

Schott in Jena ist einer der großen Hersteller der Solarbranche. Klaus Hofmann, Sprecher bei Schott, antwortet auf folgende Fragen:

1. Wenn die Solarförderung wirklich so drastisch gekürzt wird wie von Umweltminister Röttgen vorgeschlagen - was bedeutet das für Schott?
2. Welche Konsequenzen hat das für die Solar-Forschung in Deutschland?

Kollegengespräch: Aktionstag der Solarindustrie

Anmoderation: Wer heute Unter den Linden entlang schlendert, entdeckt gegenüber vom Deutschen Historischen Museum, am Kronprinzenpalais ein riesiges Plakat. "Wer die Solarenergie beschneidet, beschneidet Deutschlands Zukunft" - steht da drauf. Der Hintergrund: Umweltminister Norbert Röttgen will die Subventionen für die Solarindustrie kürzen. Unter anderem soll die Vergütung für die Einspeisung von Solarstrom ins öffentliche Netz um 15 Prozent gesenkt werden.
Noch muss der Vorschlag durch den Bundestag, aber die Konsequenzen wären dramatisch, sagt Carsten Körnig, Geschäftsführer des Bundesverbandes Solarwirtschaft:

O-Ton: 70 Prozent unserer Mitgliedsunternehmen fühlen sich existenziell bedroht von dieser Ministervorlage. D.h. hier muss dringend nachgebessert werden. Wir haben gesagt als Branchenverband: Ja, wir können die Förderung schneller absenken als bisher im Gesetz fixiert, aber eben nicht in diesem Ausmaß wie es jetzt in diesem Gesetzesvorschlag vorgesehen ist. - Länge 22 sec.

Dabei nutzen immer mehr Hausbesitzer den Strom vom eigenen Dach - und das schafft viele Jobs, besonders im ohnehin strukturschwachen Osten. Darum gehen hier selbst CDU-Wirtschaftsminister oder wie in Thüringen auch die CDU-Ministerpräsidentin auf Konfrontation zu den Ideen der Parteifreunde hier in Berlin.
Neben den Jobverlusten wäre der Schaden für den Forschungsstandort Deutschland immens, sagt Carsten Körnig:

O-Ton: Von einer derartigen Kürzung profitieren bestenfalls ein paar chinesische Anbieter, die momentan aufgrund unlauteren Wettbewerbs, den wir vermuten, und aufgrund von Wechselkursvorteilen, etwas günstiger anbieten können am Markt. Was wir doch aber wollen, ist Solarenergie Made in Germany. Das ist ein Riesenwachstumsmarkt, wo wir bestens aufgestellt sind. Und jetzt auf den letzten Metern zur Wettbewerbsfähigkeit den Anschluss zu verlieren, das wäre geradezu töricht. Und deswegen appellieren wir an die Bundeskanzlerin, hier nachzubessern. - Länge 34 sec. 

Bleibt abzuwarten, was der Appell bringt - jedenfalls hieß es bei der Solarbranche und bei vielen Herstellern heute "Es ist fünf vor Zwölf", unter anderem auch in Berlin beispielsweise bei Inventux in der Wolfener Straße in Marzahn.

Magazin: Aktionstag der Solarindustrie

Anmoderation: Mit einem großen bundesweiten Aktionstag protestiert die Solarindustrie heute gegen Subventionskürzungen. Von Kahlschlag ist die Rede, da die Branche mittlerweile 60.000 Arbeitsplätze in Deutschland geschaffen hat. Umweltminister Norbert Röttgen (CDU) möchte die Subventionen für die Solarindustrie kürzen. Unter anderem soll die Vergütung für die Einspeisung von Solarstrom ins öffentliche Netz um 15 Prozent gesenkt werden.

Text:

Noch muss der Vorschlag durch den Bundestag, aber die Konsequenzen wären dramatisch, sagt Carsten Körnig, Geschäftsführer des Bundesverbandes Solarwirtschaft:

O-Ton: 70 Prozent unserer Mitgliedsunternehmen fühlen sich existenziell bedroht von dieser Ministervorlage. D.h. hier muss dringend nachgebessert werden. Wir haben gesagt als Branchenverband: Ja, wir können die Förderung schneller absenken als bisher im Gesetz fixiert, aber eben nicht in diesem Ausmaß wie es jetzt in diesem Gesetzesvorschlag vorgesehen ist. - Länge 22 sec.

Dabei nutzen immer mehr Hausbesitzer den Strom vom eigenen Dach - für die einen ist es günstiger, für die nächsten bequemer, für die dritten spielt auch der finanzielle Aspekt eine Rolle:

O-Ton: Wir produzieren schon unseren eigenen Strom, unsere Nachbarn wollten das eigentlich auch demnächst tun. Mal sehen, ob das ohne Förderung so machbar ist. - Länge 8 sec.

Die Konsequenz bei raschen Kürzungen der Förderung wären neben den zu erwartenden Jobverlusten - viele davon im Osten - auch ein Schaden für Deutschlands Technologieführerschaft bei der Photovoltaik. Denn die Solarbranche ist eine der wichtigsten Zukunftsbranchen. Carsten Körnig:

O-Ton: Es kann nicht sein, dass wir ein weiteres Mal - wie bei der Unterhaltungselektronik oder der Halbleiterindustrie wir in der Forschung und Entwicklung Spitze waren, aber dann die Anwendung den Asiaten überlassen. - Länge 11 sec

Denn: Logischerweise würde mit den Unternehmen auch die Technologie aus Deutschland abwandern.

O-Ton: SFX

Profitieren würden in Deutschland hingegen die großen Energieunternehmen. Sie, so die Solarindustrie, würden es mit Argwohn betrachten, wenn Eigenheimbesitzer künftig ihren eigenen Strom auf dem Dach produzieren würden.

O-Ton: Daran haben natürlich konventionelle Energiekonzerne, die viel Geld damit verdienen, dass sie sich den Markt untereinander aufteilen, kein Interesse. - Länge 10 sec.

Absage.

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O-Ton1, O-Ton2, Magazin, Interview Schott,  O-Ton-Paket Künast und Kollegengespräch (Anhören: linke Maustaste, Download: rechte Maustaste, "Ziel speichern unter" )

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