Samstag der 04. September 2010    22:46 Uhr
Daimler will mehr Synergien
Mehr Gleichteile bei großen Pkw-Modellen  - weiterer Schritt zur Umsatzrendite
 
Stuttgart - Mit einer wichtigen Personalentscheidung will der Stuttgarter Autohersteller Daimler weitere Synergien innerhalb der Pkw-Sparte heben und der für 2013 geplanten Umsatzrendite von zehn Prozent dauerhaft näher kommen. Daimler-Entwicklungsvorstand Thomas Weber legt die Verantwortung für die großen Pkw-Modelle und für die Geländewagen erstmals zusammen und überträgt die Leitung dieser Baureihen Uwe Ernstberger. Das berichtet die Branchen- und Wirtschaftszeitung Automobilwoche unter Berufung auf interne Unterlagen. Die frei werdende Stelle des aus Altersgründen ausscheidenden Baureihenleiters Hans-Dieter Multhaupt, der die S-, SL-, CL-Klasse sowie den SLK verantwortet, wird folglich nicht mehr neu besetzt. Ernstberger übernimmt diesen Job zusätzlich zu den den Geländewagenmodellen ML, GL, R-Klasse sowie GLK. „Mit dieser Neuordnung entwickeln wir unsere heutige Produktmanagement-Organisation weiter und tragen zu einer weiteren Fokussierung und Bündelung unserer großen Baureihen und SUV bei“, heißt es in dem vertraulichen Schreiben Webers an die Führungskräfte des Konzerns.

Weber will damit die Mercedes-Entwicklungsorganisation an die neuen Zielsetzungen anpassen und verkrustete Strukturen aufbrechen. Um die für 2013 angepeilte Umsatzrendite von zehn Prozent dauerhaft halten zu können, müssen in der Pkw-Sparte deutlich größere Synergien zwischen den Baureihen gehoben werden. Dies betrifft einerseits die Verwendung von genormten Modulen in möglichst hoher Zahl und andererseits die gemeinsame Nutzung von Fahrzeugarchitekturen für verschiedene Modelle. In der Vergangenheit regierten die Baureihenchefs ihre Verantwortungsbereiche oft wie Fürstentümer, kritisieren Daimler-Insider seit Langem. Sie hätten unnötige Eigenentwicklungen veranlasst und so die Kosten in die Höhe getrieben. Auf mittlere Sicht will Mercedes alle mittleren und großen Fahrzeuge auf der Heckantriebs-Architektur (MRA) und alle kleinen und kompakten auf der Frontantriebs-Architektur (MFA) aufbauen. Dies ist dann vergleichbar mit dem modularen Längs- und Querbaukasten des VW-Konzerns.
 

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