Modemacher Wolfgang Joop tadelt den Redestil von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU). Merkel habe „eine kraftvolle Aura von Stil und Persönlichkeit“, verfalle aber „oft in diesen schrecklich tonlosen Tonfall der DDR, ohne jede Emotion, ohne jede innere Beteiligung“, kritisiert Joop im Politikmagazin ‚Cicero’ (Aprilausgabe). Die Kanzlerin und CDU-Chefin würde „wesentlich gewinnen, wenn sie sich traute, emotionaler zu sein. Stattdessen höre ich dann diesen staubgrauen Behördenton, etwas unnatürlich Auswendiggelerntes, ohne Stolpern, ohne Räuspern, ohne Herzklopfen“, bemängelt Joop.
Insgesamt hätten „Politiker heute so wenig Charisma“ und „so wenig Mut zu Persönlichkeit und eigenem Stil“. Auch FDP-Chef Guido Westerwelle verfüge zwar über einen fabelhaften Intellekt, „aber was seinen optischen Auftritt betrifft, ist er einfach nicht gut beraten“, bedauert Joop und fügt hinzu: „Westerwelle hat dieses enervierende ‚Ich bin ein großer Junge und weiß was’- Ding drauf.“ |